Romy in Norwegen

Dort, wo nicht mal mehr der Pfeffer wächst...
 

Meta





 

Skole!

Heute war mein erster Schultag. Was? Ja, ich mach einen Sprachkurs. Und nicht irgendeinen, Kirsten hat mir gleich den Intensivkurs für viermal die Woche in Tønsberg aufgedrückt. Da musste ich erstmal schlucken. Viermal die Woche dreieinhalb Stunden, das ist schon heftig. Alles klar, bis Weihnachten hab ich die Sprache drauf. Aber wie Walter heute nüchtern meinte: Von nichts kommt nichts. Das stimmt wohl, aber das hat auch den Vorteil, dass ich endlich öfters in die Stadt komme. Über Nacht war ich allein in diesem schicken Haus, Kirsten war mit dem Schiff in Schweden und ich hab Mikrowellenpopcorn (das Salzzeug kann man auch zuckern. Was nicht so schlimm wäre, würde man nicht gleich ein halbes Kilo davon brauchen, damit es auch entgegenwirkt.) gemacht, mich vor den Plasma gefläzt und Nytt på Nytt geschaut, dazwischen regelmäßig zum Kühlschrank gependelt. Fantastisch.

Heute morgen wache ich um 8:13 auf und stehe im nächsten Moment auch schon am Schrank.  Verpennt. Dreck, Dreck, Dreck. Also runtergedonnert, in Lichtgeschweindigkeit Klamotten an und das Bad passiert, Braunkäsebrot auf dem Weg zum Bus und auf geht's. Um Neun sitze ich dann in meiner neuen Klasse. Hallo, ich bin neu. Déjà-Vu, ich fühle mich nostalgisch, dieses Gefühl hatte ich schon öfter. Aber hier ist das echt interessant. 16 Leute aus aller Herren Länder, Brasilien, Litauen, Ukraine, Argentinien... teilweise Immigranten, die den Kurs belegen müssen, weil sie hier sonst keine Aufenthaltserlaubnis bekommen. Außerdem hebe ich den Altersdurchschnitt leicht an.  Natürlich bin ich die einzige Deutsche und muss erstmal eine Vorstellrunde auf Norwegisch mit lauter kuriosen Worldwide-Slangs über mich ergehen lassen. Das ging irgendwie nicht ohne ein Grinsen, weil das echt lustig war. Wir schlagen jetzt Seite 31 im Lehrbuch auf. Scheiße, das ist ja wirklich wie in der Schule. Na, hätte ich damals nur einen Brocken meiner heutigen Motivation gehabt. Ein Text-Rollenspiel. Ich spiele Grete und darf vorlesen. Oh Gott. Zu meiner Überraschung bekam ich kurz darauf ein korrekturloses "Helt perfekt!" (Ganz perfekt!) von der Lehrerin, die sichtlich beeindruckt von meiner Aussprache war. Nase hoch. Ha. Wer sagt's denn. Mal mir ein Sternchen ins Heft.

In der Pause freunde ich mich mit Erin aus Las Vegas (zum Henker, warum um Himmels Willen zieht man aus Nevada nach Norwegen?) und Cathryn aus Kenia an. Mit letzterer, 23, war ich nach dem Unterricht noch einen Kaffee trinken und habe festgestellt, dass sie nur eine Straße weiter wohnt. Genial. Da komm ich doch glatt mal vorbei die Woche.

Zuhause mache ich dann im Kühlschrank die Entdeckung des Jahrhunderts: Braunkäse zum Aufstreichen. FETTARM! Revolutionär, gleich mal 3 Brote vernichtet. Kurze Zeit später kam dann auch Kirsten zurückgehumpelt (hat ja z.Zt. nen kaputten Fuß, die sich gefreut hat, dass alles so sauber ist. Geil, ein Motivationsschub nach dem anderen heute. So haben wir uns erstmal mit meinem Kalender und nem Kaffee in die Küche gesetzt und sind auf mein Bitten meinen Wochenplan mal durchgegangen, außerdem haben wir die Ferien besprochen. Da wurde es dann richtig genial.  Normalerweise hat ein Au-Pair 25 Ferientage. Kirsten eröffnete mir dann aber mit einer abwinkenden Handbewegung, dass ich zeitgleich mit Torber Ferien habe, also, wenn ich auch Schulferien habe. Betrachtet man das genauer, ist das einfach nur geil. Das sind Herbstferien, Weihnachtsferien, Winterferien, Osterferien und dazwischen noch einzelne Feiertage - insgesamt über 40 Ferientage, an denen ich nach Herzenslust reisen und faulenzen kann oder an der regelmäßigen Hyttetur der Familie teilnehmen darf.  Besser kann's einen doch gar nicht treffen. Und als mir die gute Frau auch noch knappe 100 € für meinen Geburtstag vorgestern in die Hand gedrückt hat, war mein Tag wirklich perfekt.

Morgen also Schule und dann Shopping.  Die Läden hier sind der Hammer und ich brauche dringend warme Sachen. Um halb Fünf geht's dann auf zur Hyttetur in die Telemark, ich bin also bis Sonntag weg und lasse dann von mir hören. MIT BILDERN! Es schüttet draußen leider immer noch und hört irgendwie nicht auf, da kriegt ihr einfach einen falschen Eindruck von Norwegen, weil's wirklich eklig aussieht mit diesem Wetter. Sollte mich dennoch bisschen beeilen damit, denn für Oktober rechnen sie mit Schnee. Ganz toll.

Jetzt habe ich Verena am Telefon, die die ganze Woche in Sandvika (vor Oslo) arbeitet, trinke noch meine heiße Schokolade aus und ab in die Falle. Und dann geht's morgen frisch ans Werk. Wird wohl ein lustiges Wochenende.

Bis dahin mange hilsen,

Romina

3.9.09 21:49

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